Wetterpate
Sulingen-Wetter.de - Offizieller Wetterpate von Tief "ZIZI" im Jahr 2008
Was ist ein Wetterpate?
Namensvergabe von meteorologischen Druckgebilden
Die Namen für die Tief- und Hochdruckgebiete, die das Wetter in Europa beeinflussen, werden seit 1954 vom Meteorologischen Institut der Freien Universität Berlin vergeben. Die FU ist neben dem Wetterdienst der USA weltweit die einzige Institution, welche Namen für Druckgebilde vergibt. Seit 1998 erfolgt die Namensvergabe in jährlich wechselndem Turnus: In geraden Jahren erhalten die Tiefdruckgebiete weibliche und die Hochdruckgebiete männliche Vornamen, in ungeraden Jahren ist dies umgekehrt.
Das Meteorologische Institut hat Ende 2002 die „Aktion Wetterpate“ ins Leben gerufen. Über das Internet kann man eine Patenschaft für meteorologische Druckgebilde übernehmen. Der Pate kann dann den Namen bestimmen, auf den das Tief oder Hoch von der Universität getauft werden soll und erhält ausführliches Material wie Wetterkarten, Urkunden und die „Lebensgeschichte“ des Druckgebildes. Das Geld kommt der studentischen Wetterbeobachtung am Institut zugute. (Quelle: Wikipedia)
Der übernommene Name wird von vielen Wetterdiensten und Medien übernommen und veröffentlicht. So erscheint er auf den Wetterkarten zahlreicher Zeitungen und wird in Radio- und Fernsehwetterberichten genannt.
Weiter Infos beim Meteorologischen Institut der Freien Universität Berlin:
http://www.met.fu-berlin.de/wetterpate
Im Jahr 2008 war Sulingen-Wetter.de der offizielle Wetterpate vom Tief "ZIZI".
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Lebensgeschichte des Tiefdruckgebiets ZIZI (getauft am 20.02.2008)
Ein Tiefdruckgebiet, das sich Mitte Februar 2008 über der kanadischen Labrador-Halbinsel gebildet hatte, wurde am 20. Februar 2008 auf den Namen ZIZI getauft. Zu dieser Zeit befand sich der Kern des Tiefdruckgebietes ZIZI zwischen Kanada und Grönland über der Labradorsee. Der Kerndruck betrug ungefähr 970 hPa.
Das Tiefdruckgebiet ZIZI verstärkte sich und lag mit einem Kerndruck von ungefähr 960 hPa am 21. Februar bereits über Island. Ein ausgedehntes Azorenhoch lag südlich des Tiefdruckgebietes ZIZI, so daß sich zwischen diesen beiden Druckgebilden ein starker Gradient bildete, der zu hohen Windgeschwindigkeiten führte. Die Wirkungen des Windes waren zum großen Teil über dem Meer, zum Teil aber auch an Land zu spüren. Einige Spitzenböen verdeutlichen dies: Stornoway (äußere Hebriden, Schottland): 59 m/sec (114 Knoten oder 212 km/h), Kirkwall (Orkney-Inseln, Schottland): 58 m/sec (112 Knoten oder 208 km/h), Fair Isle (zwischen den Shetland- und den Orkney-Inseln, Schottland): 66 m/sec (128 Knoten oder 237 km/h) und Sella Ness (Shetland-Inseln, Schottland): 79 m/sec (153 Knoten, 284 km/h). Damit waren die Kriterien für Windstärke 12, Orkan, deutlich überschritten, denn diese liegen bei 64 Knoten bzw. 118 km/h.
Über den Britischen Inseln wurde von einigen Stationen Niederschlag gemeldet, so um 6 Uhr UTC (7 Uhr Mitteleuropäischer Winterzeit) Regen in Glasgow (Schottland) und Dublin (Irland), von den Stationen Edinburgh (Schottland) und Shannon (Irland) wurde Sprühregen gemeldet.
Am 22. Februar befand sich das Tiefdruckgebiet ZIZI mit einem Kerndruck von ungefähr 950 hPa in Bereich der Insel Jan Mayen (Grenzgebiet zwischen dem Nordatlantik und dem Nordpolarmeer). Auf der Bodenwetterkarte erkennt man, wie sich die Okklusionsfront (Mischfront mit Warm- und Kaltfronteigenschaften) in einem weiten Bogen im Uhrzeigersinn vor die norwegische Küste drehte, wo ein weiteres Tiefdruckzentrum lag. Eine weitere Front erstreckte sich nach Norden, insgesamt war dies eine recht komplexe Lage, in der mehrere Tiefdruckkerne zu einem Tiefdrucksystem verbunden waren. Die Wetteraktivität vom Tiefdruckgebiet ZIZI war am 23. Februar eher gering. Auch am 24. Februar, wo das Tiefdruckgebiet zum letzten Mal als eigenes Druckgebilde zu erkennen war, konnte kaum Wetteraktivität verzeichnet werden.
Geschrieben am 30.04.2008 von Heiko Wiese.
Wetterkarte vom 21.02.2008
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